
Was hin ist ist hin, auch einen kleinen Teil davon als Bild auferstehen zu lassen (die rechte obere Ecke), scheint mir im Nachhinein sinnlos. Man hätte eine historische Strassenszene darstellen können, oder den 17. Juni mit viel Qualm, ein paar Panzer und einen Haufen Gaffer. Aber was soll das? Man wird dem mit Malerei sicher nicht gerecht. Drum liegt es jetzt quer und so wird es bleiben. Wer will, kann es nach rechts drehen.
Heute würde das Mendelsohn'sche Columbushaus in Berlin vermutlich nicht mehr besonders aus der Menge der funktionalen Büro- und Kaufhausbauten hervorstechen. 1931 war das Ding dagegen nagelneu und inmitten eines Konglomerats von Gründerzeitbauten und Älterem muss es sehr modern gewirkt haben. Irgendwie aber schon ein Koloss. Aber: Schön die leichte Schwingung und die überdachte Terasse.
Das Ende: 1953 am 17. Juni zuletzt in Brand gesteckt und von der DDR 1957 abgetragen. Auf den Fotos vom 17. Juni steht es praktisch allein am Potsdamer Platz und die Fotovorlage für mein eher dilettantisches Bild zeigt es ausnahmsweise nicht von seiner Schokoladenseite, sondern von rechts. So wirkt es dann auch eher wie ein heruntergekommenes Parkhaus.
Ich kenne den Bau überhaupt nur von Fotos und auf denen nimmt er vorweg, was wir dann in den Innenstädten ab den 60ern konzentriert erlebten. Andererseits kann man auf den Nachkriegsfotos der Ruine auch den Büro-Mief erahnen, den viele dieser Gebäude heute aus der Nähe und besonders von innen ausstrahlen. Aber das ist natürlich eine Projektion meinerseits.
Zurzeit steht an derselben Stelle wie zum Hohn das kantige Beisheim-Center und das Ritz-Carlton, ein auf mich seltsam streng wirkendes Gebäudeensemble, was mich eher an die damalige Stalinalle erinnert. Oder an ein Gebäude der US-Administration irgendwo in Manhattan ...
Link zu Erich Mendelsohn bei Archinform: http://deu.archinform.net/arch/202.htm
Link zum Columbushaus: http://de.wikipedia.org/wiki/Columbushaus





